Ich vermisse die Zeiten, in denen ich ungestört am Klo hocken und ins Tablet oder Handy starren konnte. Ausgedehnte Sitzungen sind seit dem Karenzantritt nicht mehr drin. Ebenso wenig kurze, ungestörte Aufenthalte am Pott. Entweder wird vor der Tür gejammert, dass der Eindruck erweckt wird, ich wäre für immer in den unendlichen Fluten des Klos verschollen, oder es wird die ganze Zeit an der Tür geklopft und wiederholend "Papa?" gerufen. Das ist zwar irgendwie süß, zehrt aber an den Nerven. Die Beschleunigung des Stuhlgangs ist somit unabdingbar, sofern man den Hausfrieden wahren will. Da fehlen einem schnell mal die alten Zeiten im Büro. Seitdem nämlich Arbeitsfleiß nicht mehr nach dem geleisteten Arbeitspensum, sondern lediglich nach der Anzahl der Überstunden bemessen wird, spricht man sich mit netten Kollegen ab, wer wann wie lang am Klo hocken wird und wie lange man welchen Mitarbeiter in der Zwischenzeit vertreten muss. Besonders wichtig ist, die Ausreden für den Verbleib des Ausgetretenen abzustimmen. Das waren noch Zeiten.