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Erkenntnisse d​​er Vaterschaft

Ich vermisse die Zeiten, in denen ich ungestört am Klo hocken und ins Tablet oder Handy starren konnte. Ausgedehnte Sitzungen sind seit dem Karenzantritt nicht mehr drin. Ebenso wenig kurze, ungestörte Aufenthalte am Pott. Entweder wird vor der Tür gejammert, dass der Eindruck erweckt wird, ich wäre für immer in den unendlichen Fluten des Klos verschollen, oder es wird die ganze Zeit an der Tür geklopft und wiederholend "Papa?" gerufen. Das ist zwar irgendwie süß, zehrt aber an den Nerven. Die Beschleunigung des Stuhlgangs ist somit unabdingbar, sofern man den Hausfrieden wahren will. Da fehlen einem schnell mal die alten Zeiten im Büro. Seitdem nämlich Arbeitsfleiß nicht mehr nach dem geleisteten Arbeitspensum, sondern lediglich nach der Anzahl der Überstunden bemessen wird, spricht man sich mit netten Kollegen ab, wer wann wie lang am Klo hocken wird und wie lange man welchen Mitarbeiter in der Zwischenzeit vertreten muss. Besonders wichtig ist, die Ausreden für den Verbleib des Ausgetretenen abzustimmen. Das waren noch Zeiten.

6 Tage Arbeit, 1 Tag Ruhe

Aufgrund der Tatsache, dass ich jeden Morgen, von Montag bis Freitag, brutal und ohne Rücksicht aus meinem Schlaf gerissen werde, habe ich mir mal ein paar Gedanken zu unser aller Bürde ,den Arbeitszwang, gemacht.

Ich gebe zu, ich bin kein Atheist. Doch gehöre ich einer weitaus aufgeschlosseneren Religion an, als die Katholiken es sind. Wie dem auch sei, der Glaube in diesen beiden Gemeinschaften ist nahezu ident.

Die Nestsuche


Ich bin zurzeit auf Nestsuche. Und das nicht nur, weil Ostern vor der Tür steht. Ich möchte endlich aus der Mietwohnung raus und meine eigenen 4 Wände haben die ich nach Belieben umwerfen, aufbauen, streichen oder Löcher reinmachen darf.
Doch so eine Immobiliensuche erweist sich im Regelfall tückischer als gedacht. Angefangen bei der Wahl der richtigen Webseite. Immerhin soll das Heim auf einer sympathischen Immobilienseite informativ präsentiert werden.

Führerscheinneuling

Eine Geschichte aus dem Leben die in etwa so stattgefunden hat. Ich habe nur ein kleines Bisschen nachgebessert. 


Ein bisschen Stolz verspürte er schon, als sie endlich mit dem heißbegehrten Stück Papier zu Hause auftauchte. Zwar kostete der Erhalt dieses Dokumentes eine Menge Zeit und auch Geld, einen besonders hochwertigen Eindruck hinterließ das rosa Büchlein aber nicht. An der Vorderseite stand ganz oben in Druckschrift "Republik Österreich". Darunter der große Buchstabe A, umringt von 12 Sternen. Darunter war das Wort "Führerschein" zu lesen.

Gut geschlafen?

Wie herrlich ist es, wenn man sich nach einem anstrengenden Tag ins Bett schleppen und endlich die müden Augen schließen kann. Eine wahre Wohltat. Getoppt wird das durch ein ganz frisch bezogenes Bett. Der gute Geruch, die Decke, die vom Überziehen noch fein aufgeschüttelt ist und man das leise Rascheln der Federn hört, wenn man sich auf die kuschelige Matratze legt und es sich unter der Decke und auf einem weichen Kissen schön gemütlich macht. Das Schlafzimmer ist dunkel und es ist ganz leise. Ein angenehmes Gefühl von Entspannung und Sicherheit breitet sich wohltuend aus.
Die Augen fallen zu und man entschwindet ganz sanft in die wundersame Welt der Träume. 

Aber was ist das?? 

Das Handy-Dilemma

Handy ja oder nein?!


Kaum jemand in unseren Breiten kann sich nicht eines kleinen, zeitweise absolut praktischen Hosentaschen-Computers erfreuen. Ich kenne wirklich niemanden der so ein Teil nicht sein Eigen nennt. Selbst meine Oma, die mittlerweile fast 90 ist, hat ein solches Gerät.
Es ist auch immer zur Hand und unser stetiger Begleiter. Es gibt bereits Menschen, die das Teil nichtmal mehr einstecken oder gar aus der Hand legen. Es scheint auch, als würden viele nicht

Das Motorradfahren

Zwischen Freund und Feind


Es wird dich garnicht interessieren, darum erzähle ich es dir auch.
Aber es ist ja so, dass ich seit einigen Annos, also Jahren, einen Schein habe. Und um den Schein zu wahren, fahre ich immer nüchtern. Besonders mit meinem zweirädrigen Gefährten. Ein wahres Vergnügen wenn man da so herum karriolt. Das Wort werden jetzt vermutlich einige nicht kennen. Der Duden weiß Bescheid. Ich besitze ja sogar zwei Scheine. Einen mit A und einen mit B. Die heißen so, weil der A-Schein, für das automatische Kraftrad und der B-Schein für den Bersonenkraftwagen steht. (Kein Schreibfeheler - sollte ein Wortwitz sein. ;-))

Neues aus der Arbeit

Wer's kennt, wird's verstehen


Wie viele andere Männer auch, gehöre ich zum Typus des "Pipus Solus". Das bedeutet, wenn Mann am Pissoir steht und ein Zweiter stellt sich daneben, ist es mit dem Geschäft vorbei. Ich weiß nicht, ob es Nervosität oder Scham ist, jedoch gibt es dieses Phänomen. Selbst ein ungeheurer Druck, den man bereits lange vor dem Aufsuchen der Toilette verspürte, hilft hierbei nicht unbedingt.

Einzig, wenn man sich wirklich sehr stark konzentriert, viele schließen dabei die Augen, kann man der Blase ein paar Tröpfchen abringen. Ist dies, einem Kraftakt gleichen Aufwand erstmal geschafft, geht es meistens von ganz alleine weiter. Aber es ist eben ein beschwerliches Stück Arbeit das eine penible Fokussierung erfordert.

Was nun, wenn es noch schlimmer kommt und gar kein Mann das WC betritt? 

Gäste, Kunden und Patienten

Diese meist rethorisch gestellte Frage nehmen viele Leute nicht als diese wahr, sondern stufen sie als Herausforderung ein, die es zu erfüllen gilt.
Wer schon einmal als Dienstleister gearbeitet hat, sei es nun mit Patienten, Kunden oder Gästen, der wird vestehen, was ich meine.
Für all jene, die bisher noch nicht das Vergnügen hatten, möchte ich nun einen kleinen Enblick in die Wunderwelt des Irrsinns gewähren.

Öffis fahren

Ich kann nicht mehr genau sagen, in welchem Jahre es gewesen ist. Fest steht, es war um die Osterzeit. ich bin mit dem Erinnern an Ereignisse, oder gar wann etwas stattgefunden hat, nicht gesegnet. Meistens vergesse ich beim Verlassen der Kantine bereits, was ich gerade gegessen habe.
Aber dass dieses Ereignis um die Osterzeit vor einigen Jahren stattgefunden hat, das weiß ich noch ganz genau. Woher, erfährst du im Laufe dieser Geschichte.

Es gibt Tage...

... da sollte man im Bett bleiben


Was für ein Scheißtag. Endlich ist der geschafft und vorbei. Erschöpft nahm Samira auf einem freien Sitzplatz in der Bahn Platz. In einer halben Stunde sollte sie zu Hause sein. Zwar ist ihr Freund gerade auf einer wichtigen Geschäftsreise im Ausland, aber wenigstens hat sie dann etwas Zeit für sich. Nach so einem Tag brauchte sie das auch. Sie wird sich ein Glas Wein einschenken, in die tollen teuren Gläser. Alleine der Gedanke an diese schönen, runden, hohen Kelche in dem sich robinrot der Rebensaft hin und her bewegt und sich an die ausgeprägte Wölbung schmiegt, beflügelte sie. Dessen nicht genug, wird es heute ein Entspannungsbad mit viel Schaum, ruhiger Musik und Kerzenschein geben. Dazu den leckeren Alkohol...

Der Besuch einer öffentlichen Bedürfnisanstalt

Wie man als Mann standesgemäß sein Geschäft auf einer öffentlichen Toilette verrichtet:


Die nun folgende, wichtige Auflistung von Tätigkeiten, habe ich wahrhaftig selbst so auf einer öffentlichen Toilette erlebt. Ich war keiner der involvierten Personen. Das Glück war auf meiner Seite und ich stand weit genug entfernt. Jedoch nahe genug, um stiller Beobachter sein zu können.

Ein Morgen - Ein Mann

Ein Morgen eines Arbeitstages im Leben eines Mannes

Der Tag beginnt zeitig in der Früh. Die Frau des Hauses hat einen langen Arbeitsweg vor sich, darum hat sie beschlossen, dass auch der Mann bereits um 5:00 Uhr aufstehen muss. Und das, obwohl er erst so zwischen 8:00 Uhr und 09:00 Uhr im Büro sein müsste. Dazu muss man wissen, dass der Mann etwa 10 Minuten zum Arbeitsplatz braucht, die Frau in etwa 30 - 45 Minuten. Egal, aufstehen muss er.

Neulich beim Einkaufen

Diese Geschichte hat sich wörtlich so zugetragen. Ich habe nichts erfunden oder weggelassen. Das ist die traurige Wahrheit über die Abwesenheit von Vernunft und Verstand zweier junger Damen.

Glaube nicht, was du siehst

Oft täuscht man sich

(um es zu verstehen, muss man schon bis zum Schluss lesen)

Völlig erschöpft setzte er sich neben sie ins Gras. Sie blieb stehen, sah aber nicht weniger fertig aus als er. Beide keuchten und schnaubten.

Das Porsche-Ego

Der Irrsinn liegt auf der Straße


Wie sehr viele Mitmenschen bin auch ich täglich mit dem Auto oder dem Motorrad im Straßenverkehr unterwegs. Und was man da immer so erlebt ist schier unfassbar und/oder abenteuerlich. Erlebtes auf Straßen ist nur sehr schwer ausdenkbar. Kaum jemand käme auf solch bizarre Szenarien wie es weltweit auf den Straßen, Gassen und Autobahnen geboten wird. Autofahrer, Motorradfahrer, LKW- und Autobuslenker könnten Bücher mit skurrilen, mehr oder weniger unterhaltsamen Erlebnissen füllen. Auch wird stets von anderen Verkehrsteilnehmern behauptet, besser zu fahren als alle anderen: „Oida, lean Auto foan, du Trottl!“.

Häuslbauer müsste man sein

"Kleiner Landsitz mit Potenzial in idyllischer Ruhelage"

Seit einigen Wochen bin ich in meiner Freizeit damit beschäftigt, ein Nest für meine zukünftige Frau (bereits vorhanden, also bitte keine unseriösen Angebote mehr) und meine zukünftigen Kinder (in der Warteschlange) zu suchen und zu finden.
Was einem da so unterkommt ist bemerkenswert. Und das tue ich nun. Ich bemerke es. Oder besser gesagt, ich merke es an.
Am liebsten sind mir dann, leider trifft das auf 90% der Fälle zu, wenn man Angebote von Maklerbüros aufruft. Man sollte meinen, die verstehen etwas von ihrem Job.

Da gibt es die abenteuerlichsten Bezeichnungen und Umschreibungen für Gebäude, die wir nicht mal als Lagerräume für gesammelte Hundekotbeutel benützen würden. „Bastlerhit“ ist da einer meiner liebsten Namensgebungen. Bastlerhit bedeutet – Bude mit nassen Wänden, veralteten Stromleitungen, lückenhaftes Dach, vorsintflutliches Badezimmer und Fred-Feuerstein-Küche. Und weil der Bastlerhit ja auch noch aus dem Jahr 1903 ist, ist es eine absolute Rarität aus dem mit wenigen Handgriffen und Investitionen ein schnuckeliges, gemütliches Heim wird.

Hat sich irgendjemand schon mal den Spaß gemacht, so etwas anzusehen? Das ist ein echt einzigartiges Erlebnis. Einfach mal ein paar Freunde einpacken und sich so eine Ruine zeigen lassen. Leute, das ist eine gratis Führung mit Romanerzählungen über die Geschichte dieses Bauwerk. Besonders hervorgehoben werden gerne Fakten die den Reportagen der Heute- und Österreich-Zeitung entsprechen.

"Dieses Anwesen ist aus der Gründerzeit dieses Ortes.“ Gründungszeit besagter Ortschaft war 1529 und diente damals hauptsächlich als Zeltlager des osmanischen Heeres während der Belagerung. Somit müsste das Haus ein Leinentuch mit zwei Stangen sein. In Wahrheit entstand die Hütte in den 30er Jahren des 20sten Jahrhunderts.

Weiter im Text: „Es wurde damals von einem Herzog errichtet der von hier aus seine Ländereien verwaltete.“ Es ist auch durch Übermittlungen belegt, dass es im Jahr 1933 noch Herzöge gab, die als Großgrundbesitzer galten und ihre hart arbeitenden Bauern mit Rittern und Fußsoldaten knechteten, den Zehent abnahmen und sich des Rechtes „Ius primae noctis“ bedienten. Abgesehen davon, war es zu jener Zeit auch üblich, dass ein Herzog in einem 69 qm großen „Palast“ regierte und sein persönliches Geschäft in einem Häuschen mit Herz in der Holztür verrichtete, das im Garten stand. Außerdem zogen Herzöge es vor, in Gebäuden mit einer Raumhöhe von satten 2,40 Metern zu leben anstatt in großen Prunksälen zu residieren.

Es kommt noch besser: „Die Scheune die Sie im großzügigen Garten vorfinden werden“, der Garten misst stattliche 90 qm, „wurde seiner Zeit als Pferdestallung und Kutschengarage genutzt.“ Die Pferde damals waren offenbar sehr klein und hatten eine Schulterhöhe von etwa 1,20 Meter. Heute nennt man diese Rasse „Shetlandponys“. Kutschen waren demnach faltbar und wurden so, wie Schallplatten, zwischen Mauer und Pfosten einsortiert.

Besonders schön fand ich auch, dass dieses Haus erst vor kurzem generalsaniert wurde. Das erkennt man an den einzelnen Zimmern sehr gut, denn man hat mittlerweile in jedem Raum eine ganze Steckdose und einen Lichtschalter deren Kabel in einen abenteuerlichen Schaltkasten mit 35 Ampere Drehsicherungen mündeten. Die Fenster waren mit Wohnraumbelüftung ausgestattet, da die Holzrahmen bereits moderten und löchrig waren. Für den besonderen Luxus gab es eine Kaltwasserleitung in das Haus, um deren Hahn der Kalkverputz, aufgrund von Feuchtigkeit, langsam abbröckelte.

„Der Dachboden ist geräumig“, das stimmt ausnahmsweise sogar, „ und kann mit ein wenig Arbeit zu einem weiteren, gemütlichen Wohnraum ausgebaut werden.“ Ich weiß nicht, was man in diesem Raum mit einer Kniestockhöhe von 70 cm und einer maximalen Raumhöhe von 1,40 m machen sollte, aber irgendetwas zum Liegen würde eventuell klappen. Vielleicht eine Art Sonnenplätzchen. Das ließe sich wirklich rasch und einfach einrichten, da etwa ein Viertel der Dachziegel fehlen.


Für den Fall, dass der geschickte Heimwerker diese ersetzen möchte, darf er auf keinen Fall vergessen, vorher die gebrochenen Dachlatten zu ersetzen welche auf die morschen Dachbalken zu nageln sind. Sonst halten die Dachziegel nicht gut.

„Den Schornstein, der von einem funktionstüchtigen Brotbackofen zum Dach hinaufführt, müsste man allerdings erneuern lassen. Dieser ist nicht mehr ganz dicht und es könnte Rauch in den Wohnraum gelangen.“

Ist ja auch kaum ein Aufwand! Fände ich persönlich aber gar nicht mal so schlecht es bei dem alten zu belassen. Mir ist der Räuchergeruch lieber als diese muffige, warme, nach Schimmel duftende Note die sich über die Jahrzehnte im Haus verbreitet hatte.

„Der Fußboden auf dem wir uns gerade bewegen ist übrigens original“. Voll Freude strahlend monologisiert die Maklerin ganz stolz und sehr ausführlich. Und das glaube ich ihr aufs Wort, dass der original ist. Nahezu antik. Und der dürfte tatsächlich aus der Gründerzeit der Ortschaft sein (wir erinnern uns – 1529 - Türkenbelagerung). Damals bis ca. in die 1940er Jahre war es üblich, dass Häuser teil- bzw. gar nicht unterkellert waren. Das wird heute mit den Fertigteilhäusern auch wieder modern. Zwar praktisch, da es Kosten spart, allerdings verliert man dadurch auch wertvollen Stauraum.

Der Unterschied zu früheren Nicht-unterkellerten Häusern liegt im Untergrund des Fußbodens. Heute wird das Haus mit einer massiven Betonplatte fundamentiert. Damals kannte man diese Technik noch nicht und verfügte wahrscheinlich auch nicht über die nötigen Mittel. Also wurden Häuser buchstäblich auf Sand errichtet. Und auf dieses Sandfundament wurden dann Holzplanken als Fußboden gelegt. Im Grunde eine gute Technik da der Sand als Trittschall- und Wärmedämmung funktioniert. Natürlich kein Vergleich zu heutigen Standards.

In dem Besichtigungsobjekt ist der Sand aber schon mehr als deutlich zu erkennen. Besonders an jenen Stellen, wo Holzwürmer Kirtag feiern. Durch den bereits ausgetretenen und auch verschwundenen Sand war Feuchtigkeit vom Untergrund aufgestiegen und hat sich in den Wänden abgesetzt. Backstein-Ziegel sind zwar sehr schön und auch eine Zeit lang robust. Jedoch ständig mit Wasser in Verbindung zu stehen und der Witterung ausgesetzt zu sind, weil ja doch ein paar Löcher im Dach sind, löst selbst den härtest gebrannten Ziegel irgendwann auf. Der rote Staub hat dem hinteren Teil des Hauses (das war das Holzholzwurm-Kirtag-Areal) aber einen interessanten Marsoberflächen-Flair verliehen.

Die grandiose Burgführung wird von der Maklerin mit einem zufriedenen Lächeln folgend beendet: „Ja, wie Sie sehen können sind ein paar Kleinigkeiten zu reparieren. Das sollte für einen Heimwerker aber kein Problem sein. Immerhin scheinen Sie ein sehr kräftiger junger Mann zu sein. Frauen finden Selbermacher attraktiv. Für ein kleines Badezimmer bietet sich der Zubau an.“ Honig ums Maul schmieren kann ich überhaupt nicht leiden, liebe Maklerin.

Ich: „Der Zubau ist ein ehemaliger Saustall ohne Mauern, nur aus Holz und auf Lehmboden."
Sie: „Naja, ein bisschen was müssen Sie schon in Kauf nehmen. Immerhin ist der Preis für dieses wunderschöne Haus in toller Lage ein Schnäppchen.“ (lächel und zwinker)
Ich: „Also, das Haus hat Wohnfläche 69 qm, der Garten dazu ca. 90 qm und kostet 230.000 Euro? Wie spricht man den Namen dieser Ortschaft in toller Lage nochmal aus?“
Sie: „P o d g o r i a. Und (grins), nicht vergessen: Gründerzeit, Herzog und nur wenig Reparaturen.“
Ich: „Wie hieß denn der Herzog, der hier wohnte?“
Sie: „Ach, davon gibt es keine Überlieferungen.“
Ich: „Natürlich nicht, eh verständlich. In den 1930er Jahren wurde noch nichts registriert.“
Sie: „Also, was sagen Sie? Wann ziehen Sie ein? Hihi!“ (grins, lächel)
Ich: „Gleich nachdem die Reste von der Ruine abgetragen sind und ein neues Haus hier steht.“
Sie: „Ah, ich verstehe (lächel). Sie sind ein Hausbauer, kein Renovierer. Wenn das alles hier erstmal Ihnen gehört, können Sie natürlich machen was sie wollen.“
Ich: „Nein, erst wenn das da steht wird gekauft und eingezogen. Ein neues Haus zu bauen wäre allemal billiger als die Ruine hier auf Vordermann zu bringen.“
Sie: „Also wollen Sie es nicht.“
Ich: „Hmm…. Können Sie es für mich reservieren?“
Sie: „Natürlich mache ich das! Sehr gerne! Wie war noch gleich Ihr Name?“
Ich: „Andreas, Herzog von Ballafuss.“
Sie: „Na bitte, das passt doch hervorragend! Ein ehemaliges Herzoganwesen für einen Herzog.“
(Sarkasmus scheint ihr nicht geläufig zu sein.)
Ich: „Geben Sie es noch nicht her, ich möchte darüber schlafen.“
Sie: „Selbstverständlich. So ein großer Schritt muss überlegt werden.“ (euphorisch)
Ich: „Sie sagen es. Auch wenn man adelig ist, so muss man dennoch aufs Geld achten.“
Sie: „Wem sagen Sie das… Ich verdiene ja an dem Haus nichts. Ich lege sogar noch drauf. Hoffentlich verzeiht mir mein Mann, dass es dieses Jahr keinen Urlaub für uns gibt…“
(Ja komm… heul doch, Funsn.)

Auf Willhaben steht die Bude jedenfalls bereits seit 6 Monate auf „Reserviert“. Auf Anrufe von Ihr reagiere ich natürlich nicht. Als Herzog hat man keine Zeit für so einen Schnick-Schnack.
Stattdessen mache ich mich auf die Suche nach einem weiteren Juwel und durchforste wieder zahlreiche Internetseiten um fündig zu werden.

Was ich mir bislang angeeignet habe, sind Geduld und das Deuten von Ausdrucksweisen:

Absolute Ruhelage                        am Arsch der Welt
Gute Verkehrsanbindung            neben der Autobahn / Schnellbahn / auf einem Kreisverkehr
Für Bastler                                      Ruine (eventuell mit Dach)
Schnuckeliges Heim                      Wohnklo mit Kochniesche
Entzückendes Häuschen              Wohnlko mit Kochniesche
Klein, fein, mein                            Wohnklo mit Kochniesche mit verzweifelten Single-Nachbarn
Ruhig gelegen                                irgendwo am Ortsrand neben einem Klärbecken
Renovierungsbedürftig                Rechne den Kaufpreis 2x
Sanierungsbedürftig                     Rechne den Kaufpreis 3x
Haus zum Fertigstellen                 Rechne den Kaufpreis 4x
Altes Juwel                                      Der Versuch eine 120 Jährige zur Pornodarstellerin herzurichten
Kleines Anwesen am See             40 qm ab 200.000 Euro aufwärts auf Pachtgrund mit gratis Gelsen
Haus in See Nähe                           Im Umkreis von 5 km befindet sich irgendwo eine Froschlacke
Haus mit Naturgarten                   Du brauchst einen Bagger, einen Radlader und einen Harvester
In zentraler Lage                            An der Hauptstraße der Ortschaft ohne Parkmöglichkeiten
Haus mit Potential                        Abbruchhaus
Altes Bauernhaus                          Reiß alle Fußböden, Fenster, Türen raus und Bau eine Heizung ein
Haus mit Nebengebäude             Wenig Wohnraum dafür aber mit riesen Lagerhalle und Silos
Haus mit kleinem Garten            30 qm Terrasse mit Gras und Unkraut bewachsen
Liebevoll errichtetes Haus           Der Bauherr meinte es gut – hatte aber leider keine Ahnung
Haus mit vielen Möglichkeiten  Abreißen? Komplett renovieren? An Ahnungslose verschachern?

Es gibt noch unzählige aufregende Arten wie man eine Bruchbude bezeichnen kann bzw. wie man potentielle Interessenten blenden kann aber das sind die verbreitetsten.

Was ich ebenso aufregend finde wie dieses Gebärden um tolle, besonders kreative Kreationen von Adjektiven und Wortlauten, sind die Fotos die vom Wohntraum hochgeladen werden.
Wer möchte vorab nicht gerne Ecken von Räumen, Klobrillen, Sesselleisten, schmutzige Fenster und Abwasserrohre sehen? Besonders inspirierend sind auch gut gemeinte Aufnahmen vom Garten wo Blümchen fokussiert werden. Neulich waren auch Fotos von Enten und des Nachbarn Hund einer Anzeige beigefügt. Sowas ist natürlich immer ansprechend und sagt eine Menge über die Liegschaft aus. Neben besagten Fotos von Ecken und Wänden, werden auch Bilder von der Umgebung (was ja noch einigermaßen Sinn macht) und Nachbarhäusern gemacht (was absolut wertlos ist). Beliebte Fotoobjekte sind auch Türen von der Weite (geöffnet oder geschlossen), Baumkronen, Lampen, Alte Küchen (die man ohnehin rausreißen muss), Wohnwände (die der Vorbesitzer noch abholen muss), schlecht bemalte und feuchte Wände, schlecht errichtete Zu- und Anbauten, abgetretenen Fußböden, Fliesen sowie völlig zusammenhanglose Bilder einzelner Räume oder Raumsegmenten.

Das absolute Highlight für mich sind aber immer Fotografien von Plänen und Skizzen des Gebäudes. Diese sind dann meist auf ein A4 Papier ausgedruckt oder gemalt und von einer Distanz von ein bis zwei Meter unscharf abfotografiert worden. Herrlich! Damit kann jeder etwas anfangen.
Ich bin immer so dankbar, wenn zumindest mal ein Screenshot eines digitalen Plans dabei ist, sodass man sich unter dem zuvor gesehenen Fotogewirr zumindest irgendetwas vorstellen kann.

Dass man als Makler kein ausgebildeter Fotograf sein kann bzw. muss, leuchtet wohl jedem ein. Aber ein bisschen Bemühen sollte man sich schon. Besonders wenn man gleich mal 3% Provision an diese Herrschaften abdrücken muss. Bei 300.000 Euro Kaufpreis ist das schon ein recht stolzer Betrag, an dem kein armer Makler irgendwas verdient, nur draufzahlt und mit dem Ehemann keinen schönen Urlaub machen kann.

Wie dem auch sei, das Haussuchen an sich macht Spaß und es ist ein wahres Vergnügen den Makler bei Führungen durch diverse Ruinen und Kerker peinlich genau zu befragen und sich die Ausführungen und Lobpreisungen jener Gesellen zu Gemüte zu führen.
Ich bin mir sicher, dass auch für mich früher oder später das passende Heim dabei sein wird. Bis dahin werde ich mich den Mythen, Legenden und Sagen über diverse Bauwerke lächelnd hingeben und die Show genießen.

Unterhaltung kann so simpel und kostengünstig sein.

Mein erster Versuch

Das Porsche-Ego

Der Irrsinn liegt auf der Straße Wie sehr viele Mitmenschen bin auch ich täglich mit dem Auto oder dem Motorrad im Straßenverkehr unterwe...